Kurz gesagt: Unter der EmpCo‑Richtlinie darf „klimaneutral“ nicht mehr pauschal ohne Reduktionsnachweis verwendet werden. Reduktion geht vor Kompensation, das ist die neue Grundregel. Wer heute Druckprodukte bewerben will, braucht eine nachvollziehbare CO2‑Bilanz nach Intergraf‑Standard, konkrete Einsparmaßnahmen und erst danach einen belegten Restbeitrag über Anbieter wie ClimatePartner.
Kurz gesagt:
- Das Verbot der pauschalen Verwendung des Begriffs „klimaneutral“ tritt ab 2026 in Kraft, wenn keine nachweisbaren Reduktionsmaßnahmen vorliegen.
- Für Druckprodukte gilt künftig die Forderung, CO2‑Reduktion und Restbeitrag transparent aufzuzeigen, um Greenwashing zu vermeiden.
- Die tatsächlichen Emissionen fallen meist stärker bei Papier, Transport und Energie an als bei der Druckmaschine, was individuelle Prüfberichte notwendig macht.
- Effiziente Reduktionsmaßnahmen umfassen Recyclingpapier, VOC-freie Farben sowie Energieeinsparungen durch digitale Verfahren, oft bei nur 1 bis 2 Prozent Mehrkosten.
- Glaubwürdige Kompensation basiert auf Standards wie Gold Standard und VCS und sollte Projektname, Standort sowie eine Projekt-ID enthalten.
Inhaltsverzeichnis
- EmpCo, Regeln und Formulierungen: was zulässig ist und was nicht
- Wie wird CO2 bei Druckprodukten überhaupt berechnet?
- Welche Reduktionsmaßnahmen bringen wirklich etwas?
- Kompensation und Zertifikate: welche Standards sind belastbar?
- Bestell‑Checkliste: Was sollten Auftraggeber von der Druckerei verlangen?
- Wie setzt Werbeartikel FUN Nachhaltigkeit im Bestellprozess um?
- Warum die Debatte um klimaneutralen Druck oft am falschen Punkt ansetzt
- Nachhaltige Werbeartikel direkt bestellen
- Quellen
- FAQ
EmpCo, Regeln und Formulierungen: was zulässig ist und was nicht
Die EmpCo‑Richtlinie greift ab dem 27. September 2026 verbindlich. Ab diesem Datum dürfen Unternehmen den Begriff „klimaneutral“ nicht mehr verwenden, wenn er allein auf gekauften Kompensationszertifikaten beruht, ohne dass eigene Reduktionsmaßnahmen dokumentiert sind. Genau hier liegt der Denkfehler, den viele Auftraggeber noch machen: Kompensation galt bisher oft als Ersatz für Einsparung. Das kippt jetzt.
Verboten sind pauschale Aussagen wie „klimaneutral gedruckt“ ohne Beleg, welcher Anteil tatsächlich reduziert wurde. Erlaubt und empfehlenswert sind dagegen präzise Formulierungen, die zwischen Reduktion und Restbeitrag trennen:
- „Druckprodukt mit dokumentierter CO2‑Reduktion und finanziellem Klimabeitrag für den Rest“
- „CO2‑Fußabdruck nach Intergraf‑Standard berechnet, verbleibende Emissionen über [Zertifikatsname] kompensiert“
- Angabe einer prüfbaren Projekt‑ID oder eines Verifizierungslinks direkt auf dem Produkt oder in der Auftragsdokumentation
Wer diese Trennung schon jetzt einhält, muss sein Marketing 2026 nicht komplett umschreiben.
Wie wird CO2 bei Druckprodukten überhaupt berechnet?
Ein Product Carbon Footprint (PCF) misst die Emissionen eines einzelnen Druckprodukts von der Papierherstellung bis zur Auslieferung. Ein Corporate Carbon Footprint (CCF) bilanziert dagegen das gesamte Unternehmen. Für Auftraggeber zählt fast immer der PCF, denn nur er beantwortet die konkrete Frage: Wie viel CO2 steckt in diesen 5.000 Flyern?
Die Berechnung folgt dem Scope‑Modell des Greenhouse Gas Protocol. Scope 1 erfasst direkte Emissionen der Druckerei, etwa aus eigenen Fahrzeugen. Scope 2 deckt eingekauften Strom und Wärme ab. Scope 3 umfasst alles davor und danach: Papierproduktion, Farben, Transport, Entsorgung.
Wichtig: Intergraf empfiehlt 13 Parameter für die PCF‑Berechnung in der Druckbranche, und Scope‑3‑Emissionen machen dabei oft 60 bis 80 Prozent des gesamten Produktfußabdrucks aus.
Das bedeutet: Die Druckmaschine selbst ist selten der größte Hebel. Papierart, Grammatur und Transportweg entscheiden meist mehr. Als grobe Orientierung nennt eine Marktübersicht rund 121 kg CO2 für 1.000 A4‑Flyer auf 90‑Gramm‑Papier. Solche Zahlen schwanken je nach Papierart und Energiemix der Druckerei stark, ein seriöser Anbieter legt daher immer einen individuellen Prüfbericht vor, statt einer Pauschalangabe.
Welche Reduktionsmaßnahmen bringen wirklich etwas?
Nicht jede Maßnahme lohnt sich gleich schnell. Manche lassen sich sofort im nächsten Auftrag umsetzen, andere brauchen eine strategische Entscheidung der Druckerei. Eine sinnvolle Reihenfolge:
- Sofort umsetzbar: Recyclingpapier oder Papier mit Blauem Engel, FSC‑ oder PEFC‑Zertifikat wählen, Grammatur auf das nötige Minimum senken, auf Lackierungen und Sonderveredelungen verzichten, wo sie nicht gebraucht werden.
- Mittelfristig: VOC‑arme oder VOC‑freie Druckfarben einsetzen, Formate so wählen, dass weniger Verschnitt entsteht, Versand zu größeren Einheiten bündeln statt viele kleine Lieferungen zu fahren.
- Langfristig: Auf Ökostrom in der Produktion umstellen, Abwärme aus Trocknungsprozessen zurückgewinnen, moderne Plattenbelichtung und Digitaldruck für kleinere Auflagen nutzen, wo klassischer Offsetdruck unwirtschaftlich viel Material verbraucht.
Profi-Tipp: Fragen Sie vor dem Auftrag gezielt nach dem Papieranteil an der Gesamtbilanz. Bei den meisten Druckprodukten liegt hier der größte Einzelposten, noch vor Energie und Farbe.
Druckereien, die bereits auf Cold‑Offset oder Digitaldruck für kleinere Auflagen setzen, sparen zusätzlich Energie beim Aufheizen der Maschinen. Für Großauflagen bleibt der klassische Offsetdruck oft trotzdem die ressourcenschonendere Wahl pro Exemplar.
Kompensation und Zertifikate: welche Standards sind belastbar?
Kompensation ersetzt keine Reduktion, sie ergänzt sie für den Anteil, der sich technisch noch nicht vermeiden lässt. Ein glaubwürdiges Kompensationsprojekt erfüllt drei Kriterien: Permanenz der CO2‑Bindung, einen echten Zusatznutzen gegenüber dem, was ohnehin passiert wäre, und eine Absicherung gegen Doppelzählung im Register.
Am Markt haben sich vier Namen als Bezugspunkte etabliert:
- Gold Standard gilt als international anerkannter Rahmen für hochwertige Klimaschutzprojekte mit strengen Zusatznutzen‑Kriterien.
- VCS (Verified Carbon Standard) ist einer der größten Zertifizierungsstandards weltweit für freiwillige CO2‑Projekte.
- myclimate berät Unternehmen direkt und bietet Kompensationslösungen speziell für klimafreundliche Drucksachen an.
- ClimatePartner liefert Druckereien konkrete Werkzeuge für die EmpCo‑konforme Kommunikation samt Prüfbericht.
Ein transparentes Label zeigt immer mehr als nur ein Symbol. Es nennt Projektname, Standort, Registriernummer und einen Link zur öffentlichen Projektdatenbank. Fehlt diese ID, sollten Sie nachfragen, bevor Sie den Auftrag unterschreiben.
Bestell‑Checkliste: Was sollten Auftraggeber von der Druckerei verlangen?
Eine gute Anfrage klärt die entscheidenden Punkte, bevor der Auftrag läuft, nicht danach. Diese Reihenfolge hat sich in der Praxis bewährt:
- PCF‑Report für das konkrete Produkt anfordern, nicht nur eine allgemeine Unternehmensbilanz.
- Scope‑Aufschlüsselung verlangen, damit Sie sehen, woher die größten Emissionsanteile stammen.
- Bei Kompensationsanteilen das Zertifikat mit Projekt‑ID und Standard (Gold Standard, VCS, myclimate, ClimatePartner) verlangen.
- Nach Papierherkunft, Energiequelle der Produktion und eingesetztem Druckverfahren fragen.
- Nach der Prüfstelle fragen, die den Bericht verifiziert hat.
Bei den Kosten lohnt sich Gelassenheit: Wenn echte Reduktionsmaßnahmen vorhanden sind, liegt der Aufschlag für klimafreundliche Aufträge meist im Bereich von 1 bis 2 Prozent gegenüber einem konventionellen Auftrag. Deutlich höhere Aufschläge deuten oft darauf hin, dass reine Kompensation eingepreist wird statt echter Prozessverbesserung.
Wie setzt Werbeartikel FUN Nachhaltigkeit im Bestellprozess um?
Das Sortiment von Werbeartikel FUN umfasst Recyclingpapier‑Optionen, zertifizierte Textilien und Elektronikartikel mit reduziertem Energiebedarf über die gesamte Produktpalette. Wer nachhaltige Werbemittel sucht, findet diese Kennzeichnung direkt im Konfigurator, nicht versteckt in einem separaten Katalog.
Der Bestellprozess selbst spart zusätzlich Ressourcen ein, weil Fehldrucke vermieden werden:
- Kostenloser Datencheck vor Produktionsstart verhindert Fehldrucke und damit unnötigen Materialverbrauch.
- Visuelle Druckfreigabe zeigt das Ergebnis, bevor die Maschine läuft.
- Transparente Staffelpreise machen die Kalkulation für Einkäufer nachvollziehbar, auch bei kleinen Losgrößen.
- Planbare Lieferzeiten helfen bei der Terminierung von Kampagnen und Events.
Diese Prozessschritte sind kein Zusatzservice gegen Aufpreis, sie gehören zum Standardablauf.
Warum die Debatte um klimaneutralen Druck oft am falschen Punkt ansetzt
Die öffentliche Diskussion konzentriert sich fast ausschließlich auf Zertifikate und Kompensationslabels. Das greift zu kurz.

Viele Einkäufer fragen zuerst „Ist das klimaneutral?“ und erst danach „Welches Papier ist das?“. Das ist die falsche Reihenfolge. Die EmpCo‑Richtlinie zwingt den Markt jetzt dazu, diese Reihenfolge umzudrehen, und das ist gut so. Ein Zertifikat kauft man sich, eine Reduktion muss man erarbeiten.
Was ich für überschätzt halte: die Vorstellung, dass ein Gütesiegel allein Vertrauen schafft. Ein Siegel ohne Projekt‑ID und ohne Reduktionsnachweis ist im Zweifel nur ein Aufkleber. Was ich für unterschätzt halte: den Einfluss, den ein Auftraggeber mit drei gezielten Fragen an die Druckerei nehmen kann, noch vor der ersten Kalkulation. Wer heute Werbeartikel bestellt, sollte weniger nach dem Wort „klimaneutral“ suchen und mehr nach der Papierherkunft und der Energiequelle der Produktion fragen. Das ist unspektakulär, aber es ist der Unterschied zwischen echtem Fortschritt und einem guten Marketingsatz.
— Marco Maier | werbeartikel.fun
Nachhaltige Werbeartikel direkt bestellen
Es gibt Anbieter, die eine praktische Lösung bieten, wenn Sie nicht erst eine eigene CO2‑Bilanz aufbauen wollen, um klimabewusst zu bestellen. Es werden Recyclingpapier, zertifizierte Textilien und Elektronik mit geringerem Energiebedarf direkt im Konfigurator angeboten, ohne separate Anfrage und ohne Wartezeit auf ein individuelles Angebot.

Ein Datencheck prüft die Druckdaten vor Produktionsstart, eine visuelle Druckfreigabe zeigt das fertige Motiv vorab, und Staffelpreise machen die Kosten schon bei kleinen Stückzahlen transparent. Wer langlebige Alternativen zu klassischen Papierwerbemitteln sucht, findet zum Beispiel bei individuell gestalteten 3D‑Schriftzügen eine Ergänzung, die über Jahre hält statt nach einer Kampagne im Papierkorb zu landen.
Wer jetzt ein Budget für Messe, Event oder Mitarbeitergeschenke plant, kann direkt im Werbeartikel‑Shop die passende Kategorie auswählen und eine Anfrage mit planbarer Lieferzeit starten.
Quellen
- Klimaneutral drucken: Neue Lösungen für Druckereien | ClimatePartner
- Intergraf‑Roadmap zur CO2‑Berechnung, CO2‑Reduktion und CO2‑Kompensation in der Druckindustrie
- Gold Standard — Who We Are
- myclimate Deutschland
FAQ
Wie kann ich umweltfreundlich drucken?
Beginnen Sie mit Recyclingpapier oder FSC‑/PEFC‑zertifiziertem Material, reduzieren Sie die Grammatur und fragen Sie nach VOC‑armen Farben und dem Energiemix der Druckerei, bevor Sie überhaupt über Kompensation nachdenken.
Bis wann müssen Unternehmen CO2‑neutral sein?
Es gibt keine allgemeine gesetzliche Frist für „CO2‑neutral“ als Unternehmensziel. Verbindlich wird jedoch ab dem 27. September 2026 die EmpCo‑Richtlinie, die pauschale Klimaneutralitätsaussagen ohne Reduktionsnachweis in der Werbung verbietet.
Wie hoch ist der Druck in einer CO2‑Flasche?
Das betrifft technische Kohlensäureflaschen für Getränke oder industrielle Anwendungen und hat keinen fachlichen Zusammenhang mit klimaneutralem Druck im Sinne von Druckerzeugnissen und CO2‑Bilanzen.
Wie kann man klimaneutral werden?
Der anerkannte Weg führt über eine CO2‑Bilanz nach Standards wie dem Intergraf‑Modell, gezielte Reduktionsmaßnahmen bei Material und Energie, und erst danach eine Kompensation der verbleibenden Emissionen über geprüfte Projekte wie Gold Standard oder VCS.
Ist klimaneutraler Druck bei Werbeartikeln teurer?
Bei vorhandenen Reduktionsmaßnahmen liegt der Aufschlag meist im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Werbeartikel FUN bietet nachhaltige Materialoptionen direkt im regulären Sortiment ohne separaten Sonderpreis.
