Für die meisten Druckprodukte gilt: 300 dpi in Originalgröße. Gemeint ist die Größe, in der das Motiv später auf Papier, Textil oder Werbeartikel erscheint. Großformate wie Banner kommen mit weniger aus, weil der Betrachter weiter entfernt steht. Strichzeichnungen und feine Linien brauchen deutlich mehr. Für Logos gilt eine eigene Regel: Eine Vektordatei ist besser als jede Pixelauflösung. Diese Seite zeigt die Richtwerte, die Umrechnung von Pixeln in Zentimeter und die Prüfung Ihrer Datei vor der Bestellung.
Kurz gesagt
- Richtwert: 300 dpi bei 100 % Endgröße für Fotos und Rastergrafiken.
- Großformat: häufig 150 bis 180 dpi, abhängig von Größe und Betrachtungsabstand.
- Strichzeichnungen: mindestens 600 dpi, besser 1.200 dpi.
- Logos: möglichst als Vektor (PDF, EPS, SVG, AI) liefern. Dann spielt die Auflösung keine Rolle.
- 72 dpi auf 300 dpi umstellen bringt keine zusätzlichen Details. Entscheidend ist die Pixelzahl im Verhältnis zur Druckgröße.
Inhaltsverzeichnis
- DPI und PPI: zwei Begriffe, zwei Bedeutungen
- Richtwerte nach Druckprodukt
- Pixel, DPI und Druckgröße: die Rechnung
- 72 dpi in 300 dpi umwandeln: Was wirklich passiert
- Auflösung beim Logo-Druck: Vektor vor Pixel
- DPI für den Textildruck
- Druckdaten prüfen: so gehen Sie vor
- Unsere Sicht: Auflösung ist eine Frage der richtigen Ausgangsdatei
- Werbeartikel mit Ihrem Logo bestellen
- Häufige Fragen
- Quellen
DPI und PPI: zwei Begriffe, zwei Bedeutungen
Im Alltag werden beide Begriffe gleich verwendet. Technisch sind sie es nicht.
- PPI (Pixels per Inch): Bildpixel pro Zoll in der Datei.
- DPI (Dots per Inch): Druckpunkte pro Zoll, die eine Druckmaschine oder ein Drucker auf das Material bringt.
Das Bundesarchiv erläutert diese Unterscheidung in seinem Leitfaden zu Bildgrößen: Beide Werte sind nicht gleichzusetzen, und die benötigte Auflösung hängt von Vorlage und gewünschter Druckgröße ab.
In Datenblättern von Druckereien und Werbeartikelanbietern steht trotzdem fast immer "dpi". Gemeint ist in diesem Zusammenhang die Bildauflösung der Datei in Endgröße. Diese Seite verwendet "dpi" in genau diesem Sinn.
Ein Zoll (Inch) entspricht 2,54 cm. Diese Zahl brauchen Sie für jede Umrechnung weiter unten.
Richtwerte nach Druckprodukt
Die nötige Auflösung ist kein fester Wert für alle Fälle. Der Bundesverband Druck und Medien (bvdm) beschreibt im MedienStandard Druck, dass die erforderliche Bildauflösung von Druckverfahren, Bedruckstoff und Rasterung abhängt. Für den Großformatdruck nennt er eine Auflösung, die sich nach Größe und Betrachtungsabstand richtet: häufig 180 ppi, bei manchen Anwendungen 300 ppi.
Daraus ergeben sich folgende Orientierungswerte, jeweils bei 100 % Endgröße:
| Motiv / Produkt | Empfohlene Auflösung | Hinweis |
|---|---|---|
| Fotos, Bilder auf Flyern, Broschüren, Verpackungen | 300 dpi | Leseabstand ca. 30 bis 40 cm |
| Fotos auf kleinen Werbeartikeln (Kugelschreiber, Feuerzeug, Untersetzer) | 300 dpi | Kleine Fläche, kurzer Betrachtungsabstand |
| Plakate, Poster | ca. 200 dpi | Größerer Abstand zum Betrachter |
| Großformat, Banner, Displays | häufig 150 bis 180 dpi | Abhängig von Größe und Abstand |
| Strichzeichnungen, feine Linien, kleine Schrift als Bild | mindestens 600 dpi, besser 1.200 dpi | Verhindert Treppenstufen an Kanten |
| Logos | Vektor | Verlustfrei skalierbar |
Die Werte für Strichzeichnungen stammen aus dem Druckdaten-Merkblatt von Datadruck. Dort wird auch empfohlen, Logos möglichst als Vektoren zu platzieren und Bilder bei 100 % mit mindestens 300 dpi anzulegen.
Wichtig für Werbeartikel: Die Druckfläche ist oft klein. Ein Logo auf einem Kugelschreiber misst häufig nur wenige Zentimeter. Gerade hier fallen unscharfe Kanten auf, weil der Gegenstand in der Hand und damit nah am Auge gehalten wird.

Pixel, DPI und Druckgröße: die Rechnung
Eine Bilddatei hat eine feste Anzahl an Pixeln, zum Beispiel 1.920 × 1.080. Die dpi-Angabe legt nur fest, wie dicht diese Pixel beim Druck liegen. Die Hilfe von Corel beschreibt das in den Informationen zur Bildgröße: Eine höhere Auflösung bei gleicher Pixelzahl verkleinert die Druckgröße, ohne Bilddetails hinzuzufügen oder zu entfernen.
Die Formeln
- Druckgröße in cm = Pixel ÷ dpi × 2,54
- Benötigte Pixel = cm ÷ 2,54 × dpi
Beispiel 1: Wie groß lässt sich ein Bild drucken?
Ein Bild mit 1.920 Pixeln Breite:
- bei 300 dpi: 1.920 ÷ 300 × 2,54 = 16,26 cm
- bei 150 dpi: 1.920 ÷ 150 × 2,54 = 32,51 cm
- bei 72 dpi: 1.920 ÷ 72 × 2,54 = 67,73 cm
Die Datei ist in allen drei Fällen dieselbe. Nur die Pixeldichte im Druck ändert sich. Für ein scharfes Ergebnis bei 300 dpi reicht dieses Bild also für eine Breite von etwa 16 cm.
Beispiel 2: Wie viele Pixel braucht ein Motiv?
Benötigte Pixelbreite bei 300 dpi und bei 150 dpi:
| Druckbreite | Pixel bei 300 dpi | Pixel bei 150 dpi |
|---|---|---|
| 2 cm | 236 px | 118 px |
| 4 cm | 472 px | 236 px |
| 6 cm | 709 px | 354 px |
| 10 cm | 1.181 px | 591 px |
| 20 cm | 2.362 px | 1.181 px |
| 30 cm | 3.543 px | 1.772 px |
Beispiel aus der Praxis: Ein Rückendruck auf einem Shirt mit 30 cm Breite braucht als Rasterdatei bei 300 dpi rund 3.500 Pixel Breite. Ein Logo-Screenshot von einer Website mit 400 Pixeln Breite reicht bei 300 dpi nur für etwa 3,4 cm.
Die Umrechnung lässt sich auch mit den kostenlosen Tools für Druckdaten von werbeartikel.fun erledigen.
72 dpi in 300 dpi umwandeln: Was wirklich passiert
Diese Frage taucht bei fast jeder Bestellung auf. Die kurze Antwort: Das Umstellen der dpi-Zahl allein ändert an der Bildqualität nichts.
Zwei Fälle sind zu unterscheiden:
- Nur die dpi-Angabe ändern, Pixelzahl bleibt gleich. Das Bild wird im Druck kleiner, aber nicht schärfer. Aus 1.000 Pixeln bei 72 dpi (35,28 cm) werden 1.000 Pixel bei 300 dpi (8,47 cm). Laut Corel wirkt sich die reine Änderung des dpi-Werts nur auf die Druckgröße aus, nicht auf die Datei- oder Pixelgröße.
- Pixelzahl hochrechnen (Interpolieren). Das Bildprogramm erzeugt zusätzliche Pixel aus den vorhandenen. Die Datei hat danach rechnerisch 300 dpi in Endgröße. Neue Details entstehen dabei nicht. Kanten wirken weich, feine Schrift verschwimmt.
Die Folge für Ihre Druckdaten:
- Ein Bild aus dem Internet oder aus einer E-Mail-Signatur ist meist zu klein für den Druck.
- Besser ist die Originaldatei: das Foto aus der Kamera, die Datei der Agentur, das Logo aus dem Corporate-Design-Handbuch.
- Bei Logos ist der richtige Weg fast immer die Vektordatei, nicht das Hochrechnen.
Auflösung beim Logo-Druck: Vektor vor Pixel
Ein Logo besteht meist aus klaren Flächen, Kanten und Schrift. Genau dort zeigt eine zu geringe Auflösung sofort Treppenstufen. Deshalb gilt:
- Erste Wahl: Vektordatei (PDF mit Vektorinhalt, EPS, AI oder SVG). Vektoren beschreiben Formen mathematisch und lassen sich ohne Qualitätsverlust auf jede Größe bringen, vom Kugelschreiber bis zum Banner.
- Zweite Wahl: Rasterdatei (PNG, TIFF, JPG) mit mindestens 300 dpi in Endgröße, bei feinen Linien besser 600 bis 1.200 dpi.
- Schriften: Im PDF vollständig einbetten oder in Pfade umwandeln. Diese Vorgabe nennt auch das Datadruck-Merkblatt.
Achtung: Ein JPG, das in eine PDF- oder EPS-Datei eingefügt wurde, bleibt eine Pixelgrafik. Die Dateiendung allein sagt nichts darüber aus, ob ein Logo wirklich als Vektor vorliegt. Ein einfacher Test: Vergrößern Sie die Ansicht stark. Bleiben die Kanten glatt, ist es ein Vektor. Werden Pixel sichtbar, ist es eine Rastergrafik.
Für bestimmte Verfahren ist eine Vektordatei praktisch Pflicht, etwa für Lasergravur, Siebdruck mit Volltonfarben oder Stick, da hier Konturen und Farbflächen einzeln aufbereitet werden. Ausführliche Hinweise zum Anlegen der Datei enthält der Ratgeber zum Vektor-Logo für den Druck.
DPI für den Textildruck
Beim Bedrucken von Textilien hängt die passende Datei stärker vom Verfahren ab als von einer einzelnen dpi-Zahl. Der bvdm hält im MedienStandard Druck fest, dass Druckverfahren, Bedruckstoff und Rasterung die erforderliche Auflösung bestimmen. Ein Pauschalwert für jedes Textil ergibt sich daraus nicht.
Der Verband Textildruck, Textilveredelung und Stickerei Deutschland (VTTD) ordnet die Wahl des Textilverfahrens nach Stückzahl, Material, Motiv, Farbanzahl und Einsatzzweck. DTF eignet sich danach besonders für flexible, detailreiche Motive in kleinen bis mittleren Auflagen, Siebdruck eher für größere Stückzahlen und hohe Haltbarkeit.
Für die Druckdaten bedeutet das:
| Verfahren | Bevorzugtes Datenformat | Hinweis zur Auflösung |
|---|---|---|
| Siebdruck | Vektor, Farben als Volltöne getrennt | Fotos werden gerastert, Rasterdaten in Endgröße hochauflösend anlegen |
| Transferdruck / DTF | Vektor oder hochauflösende Rasterdatei | Fotomotive in Endgröße, Orientierung 300 dpi |
| Digitaldruck | Hochauflösende Rasterdatei oder Vektor | Orientierung 300 dpi in Endgröße |
| Stick | Vektor als Vorlage für die Punchdatei | Feine Details und kleine Schrift vorab prüfen |
Beim Textildruck kommen weitere Punkte hinzu:
- Druckgröße realistisch planen: Ein Brustlogo misst oft 8 bis 10 cm, ein Rückendruck deutlich mehr. Die Pixelzahl muss zur größten geplanten Druckfläche passen.
- Stoffstruktur: Grobe Gewebe geben feine Linien weniger genau wieder als glatte Oberflächen.
- Freisteller: Motive für Textilien brauchen meist einen transparenten Hintergrund, kein weißes Rechteck.
Welches Verfahren für welches Motiv passt, vergleichen die Beiträge Transferdruck oder Siebdruck und Stickerei oder Druck. Nicht jedes Produkt ist mit jedem Verfahren veredelbar. Die möglichen Techniken stehen jeweils beim einzelnen Artikel.
Druckdaten prüfen: so gehen Sie vor
Vor der Bestellung lässt sich die Auflösung mit wenigen Schritten kontrollieren.
- Endgröße festlegen. Wie breit wird das Motiv auf dem Produkt? Ohne diese Zahl ist jede dpi-Angabe wertlos.
- Pixelmaße ablesen. Im Bildprogramm oder unter Dateieigenschaften: Breite × Höhe in Pixeln.
- Effektive Auflösung berechnen. Pixel ÷ (Endgröße in cm ÷ 2,54). Beispiel: 1.200 Pixel für 10 cm Breite ergeben rund 305 dpi.
- Zoomtest im PDF. Die Druckerei Heenemann empfiehlt in ihrem Datenblatt für Druckdaten, die Ansicht auf mindestens 200 % zu vergrößern. Bei mindestens 300 ppi sollten keine Pixel sichtbar sein.
- Schriften und Seitenmaß prüfen. Schriften eingebettet oder in Pfade umgewandelt, Format korrekt.
- Farbmodus und Profil prüfen. Der bvdm empfiehlt für den professionellen Datenaustausch eingebettete ICC-Profile und PDF/X-Dateien, offene Ursprungsdateien nur nach Absprache.
- Datei zur Prüfung geben. Bei werbeartikel.fun ist der Datencheck kostenlos. Danach folgt eine visuelle Druckfreigabe.
Was ein einfacher Datencheck abdeckt und wann eine ausführliche Preflight-Prüfung sinnvoll ist, erklärt der Beitrag Datencheck für Druckdaten.
Typische Fehler
- Logo aus der Website kopiert (oft 72 oder 96 dpi bei kleiner Pixelzahl)
- dpi-Wert nachträglich umgestellt, Pixelzahl unverändert
- Vektorlogo mit eingebettetem JPG
- Schriften nicht eingebettet
- Motiv für ein kleines Produkt angelegt, später auf ein großes Textil übernommen
Unsere Sicht: Auflösung ist eine Frage der richtigen Ausgangsdatei
Aus unserer Sicht entscheidet sich die Druckqualität meist schon vor der Bestellung. Nicht die dpi-Zahl im Dateinamen zählt, sondern eine Ausgangsdatei, die zur Druckgröße und zum Verfahren passt.
Bei Werbeartikeln heißt das in den meisten Fällen: Logo als Vektor. Dieselbe Datei funktioniert dann auf dem Kugelschreiber, auf der Tasche und auf dem Shirt. Für Fotomotive empfehlen wir, die Endgröße vorab festzulegen und die Pixelzahl danach zu prüfen.
Deshalb prüfen wir jede Druckdatei kostenlos. Unser Ziel ist, dass Ihre CI-Vorgaben eingehalten werden und Sie vor der Produktion eine visuelle Druckfreigabe sehen. So wissen Einkauf und Marketing, wie das Ergebnis aussehen wird, bevor gedruckt wird.
Marco Maier | werbeartikel.fun
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Häufige Fragen
Wie viel dpi ist eine gute Auflösung für den Druck?
Für Fotos und Rastergrafiken gelten 300 dpi in Originalgröße als Richtwert. Großformate wie Banner kommen wegen des größeren Betrachtungsabstands oft mit 150 bis 180 dpi aus. Strichzeichnungen und feine Linien sollten mit 600 bis 1.200 dpi angelegt werden.
Wie viele Pixel entsprechen einem Zentimeter?
Das hängt von der Auflösung ab. Bei 300 dpi entspricht 1 cm rund 118 Pixeln (300 ÷ 2,54), bei 150 dpi rund 59 Pixeln. Die allgemeine Formel lautet: Pixel = cm ÷ 2,54 × dpi.
Was ist 1920 × 1080 für eine Auflösung im Druck?
1.920 × 1.080 ist ein Pixelmaß, typisch für Full-HD-Bildschirme. Bei 300 dpi ergibt es eine Druckgröße von etwa 16,26 × 9,14 cm. Für größere Druckflächen in gleicher Qualität reicht diese Pixelzahl nicht.
Welche Auflösung braucht ein Logo für den Textildruck?
Ideal ist eine Vektordatei, etwa PDF, EPS, AI oder SVG. Für Siebdruck und Stick wird sie in der Regel benötigt. Liegt nur eine Rasterdatei vor, sollte sie in der geplanten Druckgröße mindestens 300 dpi erreichen.
Kann eine zu niedrige Auflösung nachträglich verbessert werden?
Nur begrenzt. Das Hochrechnen erzeugt zusätzliche Pixel, aber keine neuen Details. Bei Logos ist das Neuanlegen oder Nachzeichnen als Vektor die verlässliche Lösung.
Quellen
- Bundesarchiv: Informationen zu Bildgrößen und Auflösungen
- bvdm: MedienStandard Druck 2018
- VTTD: Wissen & Techniken
- Corel: Informationen zur Bildgröße
- Datadruck: Merkblatt Druckdaten
- Heenemann: Datenblatt Allgemein
